nahaufnahmen – Entstehung der Coverfotos und Videos

Die Entstehung des Albums „nahaufnahmen“ hat, wie bereits in meinem Artikel über das Album geschrieben, 20 Jahre gedauert. Im letzten Jahr haben wir uns dann viele Gedanken über die visuelle Umsetzung der Lieder und des gesamten Albums gemacht. Durch die lange Dauer der Produktion sind die Stücke natürlich sehr persönlich geworden und haben im Laufe ihres „Lebens“ viele Änderungen durchlaufen. Dieses sollte sich in den Fotos fürs Cover auch so wiederspiegeln und deshalb haben wir uns ausgiebig mit einer Vielzahl von Fotografen und ihren Werken auseinandergesetzt. Ich habe eine besondere Vorliebe für die Fotos von Peter Lindbergh, der seine Models sehr intim und natürlich in Szene setzt und wurde in der Umsetzung des Covers von seiner Arbeit inspiriert. Da er ebenso wie ich im Ruhrgebiet aufgewachsen ist, fühle ich mit seinen Bildern oft eine tiefe Verbundenheit und liebe seine besondere Klarheit in der Inszinierung mit einer Vorliebe für Schwarz-Weiß-Fotografie: http://www.peterlindbergh.com/

Es war uns früh klar, dass eine intime und persönliche Fotografie am besten im vertrauten Rahmen stattfinden kann, weshalb wir uns als Motiv unseren Lieblingsstrand L‘ Espiguette in Le Grau du Roi in der Camargue/Frankreich ausgesucht haben. Dieser Strand ist in Deutschland nicht sehr bekannt, obwohl er der Längste in Europa sein soll. Unser erster gemeinsame Aufenthalt in L‘ Espiguette fand 1986, im zarten Alter von 19 bzw. 20 Jahren, statt. Seitdem waren wir dort regelmäßig im Urlaub und genießen bei jedem Besuch die Weite des Strandes und außerhalb der Saison auch die Ruhe zwischen den Dünen.

Der Strand von L‘ Espiguette gehört zur Gemeinde Le Grau du Roi, der südlichsten Gemeinde des Départements Gard. Der erste Teil von Ernest Hemingways „The Garden of Eden“ spielt übrigens in dem alten Fischerdorf. Inzwischen ist der Tourismus dort eingezogen, aber den Charme des Fischerortes spürt man immernoch. Der Strand liegt etwas außerhalb mit direktem Zugang vom Campingplatz „L‘ Espiguette“. Den Leuchtturm auf meine Startseite findet man übrigens auch zwischen den Dünen von L‘ Espiguette, allerdings am öffentlichen Teil des Strandes.

Nachdem wir uns für die passende Location entschieden haben, war es für uns fast zwingend, dass ich als Partnerin die persönlichsten Aufnahmen von Stephan erstellen kann. Die perfekte Qualität war für uns eher sekundär, die authentische Aussage der Bilder umso wichtiger. Bei unserem Aufenthalt zu Pfingsten in L‘ Espiguette haben wir dann die wunderschönen Abendstunden für unsere Aufnahmen genutzt, um das unglaublich sanfte Licht am Meer für die Portraits zu nutzen. Wir waren überrascht, dass bei der Vielzahl von Fotos am Ende der Woche wirklich genau die Aufnahmen entstanden sind, die wir uns am Anfang gewünscht haben. Jedes der ausgewählten Motive spiegelt die Stimmung des Albums und die Persönlichkeit des Künstlers wider.

Mit dementsprechend hoher Motivation haben wir uns dann auch an die Erstellung des Videos zu „Ich zähl´“gemacht:

https://www.youtube.com/watch?v=B9SieVHGcKU

Die Location war durch die schönen Coverfotos schnell geklärt, denn wir haben erneut am Strand von L‘ Espiguette gedreht. Bei den Videoaufnahmen kam die Weite des Strandes noch besser zur Geltung als bei den Fotos. Um die Atmosphäre der Dünen und dem blauen Meer besser zu erfassen, haben wir uns für Aufnahmen mit einer Drohne entschieden, in unserem Fall die „DJI Mavic Pro“ (#werbung #selbstgekauft). Obwohl ich anfangs großen Respekt vor der Steuerung einer Drohne hatte, hat das Drehen dennoch viel Spaß gemacht. Natürlich sind die Dreharbeiten nicht ohne Schweiß und Fluchen verlaufen, aber das gehört genauso dazu, wie die Freude über das Ergebnis am Ende. Auch diesmal haben wir das milde Abendlicht und die Leere am Strand gut nutzen können. Ergänzend zu den Drohnenaufnahmen haben wir auch mit einer klassischen Kamera gefilmt und am Ende hat Stephan beide Ergebnisse für das Video kombiniert und geschnitten.

Das zweite Video „Ich folge dem Stern“ haben wir als Kontrapunkt im Schwarzwald gedreht:

https://www.youtube.com/watch?v=J4HNi2wzRPw

Da wir in Freiburg wohnen haben wir natürlich einen Bezug zur Schönheit des Schwarzwaldes und genießen die wunderbare Landschaft und die klare Luft dort oben. Außerdem haben wir bewußt in St.Peter gedreht, einem Ort, den Stephan schon in seiner Kindheit als Messdiener im Rahmen eines Ferienlagers besucht hat und damit schöne Erinnerungen verbindet.

Auch hier haben wir die Weite der Landschaft mit der Drohne einfangen können und mit Aufnahmen der klassischen Kamera ergänzt. Die Bilder stammen von der Gegend rund um die Wallfahrtskirche Maria Lindenberg auf einer Höhe von 720 m ü. NHN. Die Kirche wurde 1525 erstmals erbaut und ist seitdem mehrmals zerstört und wieder aufgebaut worden. Von St. Peter aus kann man einen schönen Kreuzweg Richtung Kapelle laufen. Besonders an den Wochendenden finden in der Wallfahrtskapelle häufig Hochzeiten statt, da der Ort und die Umgebung einfach wunderschön sind. Wenn man die Drohnenaufnahmen im Video genau betrachtet, sieht man im Hintergrund auf einer Bank eine lesende Nonne, die während einem Großteil der Dreharbeiten dort saß.

An unseren Drehtagen hat mich insbesondere die Atmosphäre der untergehenden Sonne am Horizont im Schwarzwald beeindruckt, durch die unsere Dreharbeiten aufgrund des fehlenden Lichts natürlich beendet wurden und die den krönenden Abschluss eines anstrengenden Drehtages bildete.

Die Coverfotos des Albums „nahaufnahmen“ sowie die Videos in der Camargue und im Schwarzwald sind also sehr persönliche Aufnahmen, die meinem Gefühl nach, die Atmosphäre des Albums gut widerspiegeln. Ich bin sehr froh über die gelungenden und authentischen Ergebnisse und hoffe, Sie machen Euch auch viel Freude.

 

Bis dahin, Eure fifty-something

 

 


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