Magic cleaning oder das leidige Thema: Aufräumen

Bei uns steht im nächsten Jahr ein Umzug an, da wir aus unserem jetzigen Haus wegen Eigenbedarfs des Vermieters ausziehen müssen und deshalb ein neues Haus zur Miete in Freiburg suchen (Angebote willkommen 😀). Dieser Umstand ist natürlich ein guter Grund unsere Schränke und Regale gründlich auszumisten. Leider habe ich lange keine Motivation dazu gefunden und die Arbeit vor mich hergeschoben, bis mir meine Tochter das Buch „Magic cleaning“ von Marie Kondo empfahl.

Ich denke, es kann jede(r) nachvollziehen, dass Aufräumen und Aussortieren keinen wirklichen Spaß machen. Da wir in einem recht großen Haus wohnen und dort neben einem Dachboden und einer Garage auch noch einen Keller als Stauräume haben, hat sich im Laufe der letzten 10 Jahre viel Unnützes angesammelt. Zwei meiner drei Kinder sind inzwischen ausgezogen, haben aber viele Erinnerungsstücke und alte Spielzeuge bei uns weiterhin zwischengelagert.

Da wir bis Ende 2019 auf jeden Fall aus dem jetzigen Haus ausziehen müssen, war die Gelegenheit für eine radikale Aufräumaktion gekommen. Ich wollte dieses Mal aber nicht einfach kopflos aussortieren, da dabei bisher am Ende das meiste aus Nostalgiegründen im Schrank blieb. Deshalb brauchte ich eine Strategie. Zum Glück hatte meine Tochter durch ihren eigenen Umzug im letzten Sommer eine Buchempfehlung für mich. Ich arbeitete also als Erstes das Buch „Magic cleaning“ von Marie Kondo durch und begann am letzten Wochenende wirklich mit meiner strategisch durchdachten Aufräumaktion.

Aber was ist der Unterschied zum klassischen Aufräumen?

Marie Kondo geht davon aus, dass man die ganze Wohnung zügig aufräumen muss, um Erfolgserlebnisse und die positiven Aspekte des Aussortierens zu spüren. Anfangs machte mir dieser Gedanke eher Angst, da ich mich in meinem Urlaub tagelang zwischen Kleidung, Büchern und altem Spielzeug herumwühlen sah. Die Autorin schränkt die Vorgabe aber zum Glück auf einen Zeitraum von etwa einem halben Jahr für eine große Wohnung ein und das macht für mich Sinn.

Aufräumen nach Kategorien, nicht nach Räumen

Der größte Unterschied zu normalem Aufräumen findet sich in der Vorgabe, dass man nach Kategorien, nicht nach Zimmern aufräumen soll. Ich habe bisher klassisch jedes Zimmer nacheinander aufgeräumt und erst im Nachhinein gemerkt, dass sich viele Kategorien in verschiedenen Zimmern wiederfinden und deshalb ein konsequentes Ausmisten kaum möglich war. Meine erste Kategorie ist bei meinem aktuellen Aufräumen nach Magic cleaning die Kleidung. Diese befindet sich bei uns in Kleiderschränken, im Flur, im Keller, aber auch auf dem Dachboden. Also sortiere ich fleißig alle Kleidungsstücke aus, die ich an den unterschiedlichen Orten finde und nicht mehr anziehe.

Die Reihenfolge der Kategorien empfiehlt Marie Kondo so: Kleidungsstücke, Bücher, Dokumente/Papiere/Unterlagen, Kleinkram, Erinnerungsstücke

Mir fehlen dabei noch Küchenutensilien und Drogerieartikel, die ich aber nach den Kleidungsstücken einsortieren werde. Die Idee, Erinnerungsstücke zum Schluss auszusortieren, gefällt mir sehr. Ich finde diese Kategorie am herausforderndsten und bin gespannt, wie konsequent ich sie umsetzen kann. Zum Glück gibt es die Möglichkeit Dinge abzufotografieren und als Erinnerungsbild in Apps zu speichern. Ich denke, das macht es mir leichter, mich von ersten Briefen meiner Kinder oder meinen alten Tagebüchern zu trennen.

Dinge in die Hand nehmen und bewerten

„Wir behalten nur die Dinge, die uns glücklich machen“ (S.57, Magic cleaning) dieser Satz hat mir wirklich gut gefallen, da ich anfangs keine Vorstellung davon hatte, nach welchen Kriterien ich aussortieren wollte. Mein Aussortieren war bisher eher von der Tagesform abhängig. An einigen Tagen habe ich Dinge großzügig weggeschmissen, an anderen ging es gar nicht. Die Gegenstände aber alle in die Hand zu nehmen und dabei zu bewerten, ob sie mich glücklich machen oder nicht, finde ich einen logischen Ansatz. Ich umgebe mich in meinem Privatleben grundsätzlich nur mit Menschen, die mir guttun, da ist es konsequent dieses auch auf die Gegenstände zu übertragen, die in meiner Wohnung um mich herum sind. Bei der ersten Kategorie Kleidung fiel mir die Auswahl dadurch relativ leicht, da die Bewertung nach Kaufpreis und möglichem Nutzen in kommenden Jahren wegfiel.

Verabschieden

Den nächsten Aspekt habe ich bisher nicht konsequent genutzt. Marie Kondo empfiehlt, sich von Dingen, die weggeworfen werden, zu verabschieden. Ich habe allerdings in der Kategorie Kleidung viele Gegenstände gefunden, zu denen ich gar keinen Bezug hatte, weshalb ich ein Verabschieden sinnlos fand. Bei Dingen, die früher einmal wichtig waren, ist diese Methode aber bestimmt sinnvoll.

Neuen Platz finden

Der erste Schritt in allen Kategorien ist das Entrümpeln, erst dann wird für die übrig gebliebenen Gegenstände ein neuer Platz gesucht. Die Idee dahinter ist, dass ich die Dinge immer wieder an diesen festen Platz legen und dadurch eigentlich nie wieder aufräumen muss. Ob diese Idee im Alltag realisierbar ist, wage ich zu bezweifeln. Ich lebe nicht alleine, sodass ich entweder meine Mitbewohner regelmäßig tyrannisieren müsste oder mit einer gewissen Unordnung leben muss. Der Gedanke für einen festen Platz wird für meine eigenen Dinge aber leicht umsetzbar sein, da ich sowieso kein Fan von großer Unordnung bin. Wichtig ist dabei ein weiterer Aspekt aus dem Buch, nur eigene Gegenstände auszumisten. Man sollte sich nicht anmaßen Kleidung oder Erinnerungsstücke von Mitbewohner*innen zu bewerten und wegzuschmeißen. Dadurch bleibt die entstandene Ordnung auf einem normalen Niveau.

Weniger Inspirierend

Zwei Aspekte im Buch haben mich gar nicht angesprochen. Marie Kondo empfiehlt, mit Dingen im Alltag zu reden, um diese dadurch zu würdigen. Sie würde zum Beispiel alle Dinge in ihrer Wohnung begrüßen, sobald sie von der Arbeit kommt. Diese Idee entspricht mir überhaupt nicht und ich würde mir dabei ausgesprochen lächerlich vorkommen. Außerdem geht mir die Autorin in dem Buch beim Sortieren der Gegenstände zu sehr ins Detai, wenn sie zum Beispiel erklärt, dass Kleidungsstücke nicht gestapelt, sondern gestellt werden sollen, damit man sie besser wahrnimmt. Ich denke, dass ich dabei bei meinem gewohnten Vorgehen bleibe.

Insgesamt hat mich das Buch wirklich inspiriert und dazu motiviert, mit dem Ausmisten zu beginnen. Ich bin gespannt, wie viele Kleidersäcke ich morgen aussortieren.

 

Bis dahin, Eure fifty-something


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